Bischofsberg, Drachenstein und Schlossberg – von sanften Hängen bis zur Steillage zeigen sich die Rüdesheimer Weinberge im oberen Mittelrheintal nicht nur mit ihren klangvollen Namen von ihrer besten Seite. Denn die hinter der Uferstraße und Bahnstrecke aufragenden steilen Weinberge und geschwungenen Terrassen gehören zu den besten Lagen des Rheingaus.

Der Rüdesheimer Bischofsberg

Gut geschützt vor Wind und Wetterkapriolen liegt der flachste der drei Weinberge, der Bischofsberg, unterhalb des Niederwaldes in der westlichsten Rheingauer Lage. Bei einer Neigung von etwa 22 Grad ist sein Hang sanft in Richtung Süden ausgerichtet und genießt den ganzen Tag über die maximale Sonneneinstrahlung. Mit seinem von Steinen und Kies durchsetzen, kalkarmen Lösslehmboden weist der Bischofsberg Sedimentböden auf, die das Wasser vorzüglich halten können. Eine Geschichte des Vorzuges ist übrigens auch die der Namensgebung des Bischofsberges: Wurde doch diese Lage dem Erzbischof von Mainz gewidmet, da dieser im Jahre 1074 die Rodung des Rüdesheimer „Oberfeldes“ erlaubte und den Weinbau der Gegend durch deutliche Vergünstigungen förderte. Eine gute Idee, wie wir finden: So bringt der Rüdesheimer Bischofsberg heute körperreiche Weine mit rassiger Säure hervor und kann seine Lagenvorteile insbesondere in niederschlagsarmen Jahren in Form von vollen und reifen Gewächsen mit langer Lagerfähigkeit zur Geltung bringen.

Der Rüdesheimer Drachenstein

Ein guter Nachbar mit sonnigem Gemüt ist er: Mit seinen etwa 33 Grad Neigung liegt der Rüdesheimer Drachenstein gleich oberhalb der Lage Bischofsberg und steigt ein wenig steiler an. Sein nach einem markanten Felsen benannter Hang ist in Richtung Süden ausgerichtet, was den dort wachsenden Trauben besonders viele Sonnenstunden und eine angenehme Wärme beschert. Aber nicht nur seine günstige Ausrichtung, sondern natürlich auch die spezifische Bodenstruktur des Rüdesheimer Drachensteines sind prägendes Element seiner überwiegend fruchtbetonten und eleganten Weine: So bildet diese Bodenbeschaffenheit mit ihrem lösslehmhaltigen Sandstein- und Taunusquarzitboden die Grundlage für kraftvolle feinwürzige Weine.

Der Rüdesheimer Berg Schlossberg

Im Gegensatz zum Bischofsberg und zum Drachenstein ist der Rüdesheimer Berg ein extremer Weinberg. Denn nirgendwo im Rheingau fallen die Rebzeilen steiler zum Rhein hinab, nirgendwo wird es im Sommer heißer als zwischen den Rebstöcken gegenüber dem geschichtsträchtigen Binger Mäuseturm und der Burgruine Ehrenfels. Und nirgendwo im Rheingau ist die Mühe der Winzer größer, das enorme Potential der Weinberge auf den abschüssigen Schiefer- und Quarzitböden zu nutzen. Insbesondere die Lagen aus dem geschützten Berg Schlossberg, genießen eine intensive Sonneneinstrahlung. Schiefer und Taunusquarzit speichern tagsüber viel Wärme, die sie nachts an die Reben wieder abgeben. Als extrem gilt der Rüdesheimer Berg aber auch deshalb, weil er sich durch seine Steilheit und seine geologische Formation meist konträr zum übrigen Rheingau verhält. Während in sonnenreichen Weinjahren im Rheingau eitel Freude herrscht, sorgen sich die Rüdesheimer Winzer um die Trockenheit im Rüdesheimer Berg. Er kann „nasse Jahre“ sehr gut verkraften, denn der Boden hält die Feuchtigkeit kaum, sondern gibt sie in die Tiefe ab, und von den vorbeirauschenden Niederschlägen nehmen sich die tiefwurzelnden Reben so viel Feuchtigkeit auf, wie sie für die Nährstoffversorgung brauchen. Der Rüdesheimer Berg Schlossberg ist mit seinen 66 Grad Steigung die steilste Weinberglage im Rheingau und verdankt ihren Namen der Ehrenfelser Schlossruine.